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Tafel Nr 01        Ogaleesha (Vordergrund kniend)

                          Matoskah (Hinten Mitte)

Tafel Nr 02        Red Hawk  (Häuptling der Sioux)

Tafel Nr 03        Little Bear (Wurde später zu Jakob)    

Tafel Nr 04        Zwillinge Akecheta &

                          Chankoowashtay     

Tafel Nr 05        Enapay (Scheinbar von den Crow)    

Tafel Nr 06        Paytah (Wechselte auch zu den Crow)

Tafel Nr 07        Takoda (war Bruder von Paytah)

Tafel Nr 08        Wamblee

Tafel Nr 09        Tahmelapachme

Tafel Nr 10        Lizi

Tafel Nr 11        Otaktay mit Tante Witashnah

Tafel Nr 12        Matoskah in jungen Jahren

Tafel Nr 13        Keine Angaben zu diesem Bild

Tafel Nr 14        Red Hawk

Tafel Nr 15        Ohanzee (soll bekannt gewesen sein

                          für seine Skalpsammlung)

Tafel Nr 16        Otaktay 

Tafel Nr 17        Napayshni

Tafel Nr 18        Sitting Bear ( Auch unter Hiamovi,

                          Hoher Häuptling, aufgeführt)

Tafel Nr 19        Ohitekah

Tafel Nr 20        Zwillinge Teetonka & Chayton

Side note: This story can be understood as an indication that we are all related to each other, if we only go back far enough in our family tree.

Randnotiz: Diese Bildgeschichte kann als Hinweis darauf verstanden werden, dass wir alle miteinander verwandt sind, wenn wir nur weit genug in unserem Stammbaum zurückgehen.

Relatives 

Die Geschichte hinter den Bildern

Wir schreiben das Jahr 1849. Meine Ururgrossmutter mütterlicherseits, Liselotte Sidler, wird in Islisberg (AG) als erstes Kind von Leentje Sidler-van Huisen und Josef-Albrecht Sidler geboren. Es ist eine schwierige Geburt. Vater Josef muss eine ganze Flasche Selbstgebrannten stürzen, bevor er das erste schwache Wimmern der kleinen Liselotte aus dem Schlafgemach seiner Anvertrauten vernimmt. 

 

Ururgrossmutter Liselotte oder Lizi wie sie von allen gerufen wurde, war ein fröhliches, aufgewecktes Kind und ihr starker Drang nach Bewegung hielt Mutter Leentje von frühmorgens bis spätabends auf Trab. 

Lizi wurde aber auch mit einer ausgeprägten Sehnsucht nach Freiheit geboren, die in der Zeit ihrer Adoleszenz zur Obsession heranwuchs.

Es überraschte deshalb wenig, als sie gleich nach Abschluss der Schule ihre Koffern packte und das elterliche Haus, Richtung Westen verliess.

 

1870 heuerte Lizi, mit Hilfe ihrer holländischen Verwandtschaft, in Rotterdam auf dem Frachtschiff ,Karl Gustav‘ an und schipperte wenige Wochen später nach Amerika. Einzelheiten von der Reise sind nicht bekannt. Es gibt auch keine Aufzeichnungen darüber wie sie es nach ihrer Ankunft geschafft hat, in das Gebiet der Sioux (Su) zu gelangen. Man weiss nur, dass sie bei einem Sommer Pow Wow Ogaleesha (Tafel Nr. 1 Vordergrund kniend) vom Stamm der Sioux kennen lernte und sich Hals über Kopf in ihn verliebte. Obwohl der Vater von Ogaleesha, Red Hawk, Häuptling der Sioux (Tafel Nr. 2), sich gegen die Hochzeit seines Sohnes mit einer Schweizerin sträubte (Häuptlinge sahen es nicht gerne wenn ihre Söhne Squaws von anderen Stämmen ehelichten), heirateten die beiden schon kurz nach ihrem ersten Kontakt. Es war später dann Lizi‘s Verdienst, dass Ogaleesha nicht mit seinem Vater nach Wounded Knee (1890) geritten ist.  Er wäre dort, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit, wie alle anderen Indianer auch, dem grossen Massaker zum Opfer gefallen. Statt dessen zockelte Ogaleesha mit Lizi in die abgelegenen Berge im Nordosten Montanas und zeugte mit ihr, während langen glücklichen Jahren in der Abgeschiedenheit, neun kerngesunde Söhne, die zu weisen Häuptlingen heranwuchsen. Nach ungefähr 25 Jahren Ehe war jedoch auch bei ihnen

die Luft draussen und als eines Tages der junge Edward Curtis in ihr Lager geritten kam um die ganze Sippe für ein privates Projekt zu fotografieren, begeisterte Lizi sich dermassen für Curtis, dass sie, nachdem sein Werk vollendet war, ihr Indianerleben aufgab und spontan mit ihm weiter zog.

Im Gepäck ihren jüngsten Sohn Little Bear (Tafel Nr. 3) und eine Adlerfeder. Das war alles was ihr der zutiefst gekränkte Ogaleesha überlassen hatte. 

Lizi erlernte von Curtis beschichtete Glasplatten belichten und half ihm über lange Jahre hinweg bei seiner fotografischen Dokumentation des Wilden Westens.

Nach getaner Arbeit, schon wieder auf dem Weg nach Hause, eröffnete Curtis ihr dann jedoch, dass er in Seattle verheiratet sei. Enttäuscht und frustriert trennte sich Lizi von ihm und zog mit Little Bear zurück in die Schweiz.

Zu den Tafeln:

 

Ururgrossmutter Lizi hinterliess nicht nur eine beachtliche Schar von Kindern, sondern allem Anschein nach auch einen Satz überaus dominanter Gene, die die Physiognomie ihrer Nachkommen entscheidend beeinflusste. Leider fand ich zu den ausgestellten Fotografien keine Angaben darüber wann meine Vorfahren genau gelebt haben und auch über ihre Biografien ist nur wenig bekannt. Lediglich ihre Namen wurden auf der Rückseite der Abzüge notiert. Es ist der Phantasie des Betrachters überlassen die Lücken in dieser Geschichte zu füllen.

The story behind the pictures

We write the year 1849 when my maternal great-great-grandmother, Liselotte Sidler, is born in Islisberg (Switzerland) as the first child of Leentje Sidler van Huisen and Josef Albrecht Sidler. It is a difficult birth. Father Josef has to down an entire bottle of homebrew before he hears the faint whimpering of little Liselotte from the bedchamber of his beloved wife.

 

Great-great-grandmother Liselotte, or Lizi as everyone called her, was a happy, bright child and her strong urge to move kept mother Leentje on her toes from early morning until late at night.

But Lizi was also born with a strong longing for independence, which grew into an obsession during her adolescence. It was therefore not surprising when, right after finishing school, she packed her bags and left her parents' house heading West.

 

In 1870, with the help of her Dutch relatives, Lizi signed on the cargo ship 'Karl Gustav' in Rotterdam and sailed to America a few weeks later. Details of the voyage are not known. There is also no record of how she managed

to get into Sioux (Su) territory after her arrival. All that is known is, that during a summer Pow Wow she met Ogaleesha (Plate Nr. 01 foreground kneeling) of the South-Montana tribe and fell head over heels in love with him. Although Ogaleesha's father, Red Hawk, chief of the Sioux (Panel Nr. 02), was reluctant to marry his son to a Swiss woman, (chiefs did not like to see their sons get married to squaws from other tribes) the two were married shortly after their first contact. It was later to Lizi's credit, that Ogaleesha did not follow his father to Wounded Knee (1890), where almost certainly, like Red Hawk, he would have fallen victim to this horrible massacre. Instead, Ogaleesha lolloped along with Lizi into the remote mountains of nordeastern Montana. During long and happy years in seclusion, Lizi gave birth to nine perfectly healthy sons, who grew up to become wise chiefs. After about 25 years of marriage however the fire of their relation extinguished and when one day young Edward Curtis rode into their camp to photograph the whole clan, Lizi was so enthusiastic about Curtis, that she gave up her Indian life and spontaneously moved on with him. In her luggage her youngest son Little Bear (Plate Nr. 03) and an eagle feather. It was all that deeply offended Ogaleesha had left her. Lizi learned to expose coated glass plates from Curtis and helped him for many years to come with his photographic documentation of the Wild West. After his work was done, Curtis opened up to Lizi that she couldn't follow him home, because he was married in Seattle. Disappointed and frustrated at the same time, Lizi immediately moved back to Switzerland with Little Bear.

About the Plates:

Great-great-grandmother Lizi, left behind not only a considerable number of children but to all appearances also a set of extremely dominant genes, which decisively influenced the physiognomy of her descendants. Unfortunately I did not find any information about when exactly my ancestors lived, when their portrait was taken and little is known about their biographies. Only their names were written on the the back of the prints. It is left to the viewers imagination to fill in the gaps of this story.